Laszlo Moholy-Nagy, Herbert Bayer, cover design for the magazine “die neue line”, 1929/1930. Last issue 1943. 3D advertising sign in Berlin.
Das großformatige Magazin war von Anfang an luxuriös ausgestattet und erschien monatlich zum Preis von einer Mark (man bedenke den durchschnittlichen Monatslohn von ungefähr 170 Mark). Mit Aldous Huxley, Gottfried Benn, Thomas Mann, Peter Behrens, Adolf Behne und Walter Gropius zählten Vertreter der kulturellen Elite zu den Autoren. Die Titelblätter waren stets mehrfarbig oder sogar auf Gold- oder Silberfolie gedruckt. Sonderbeiträge im Inneren wurden durch spezielles Bütten- oder Pergamentpapier hervorgehoben oder als Ausklapptafeln eingebunden. Mit der Gestaltung war Herbert Bayer, der ehemalige Leiter der Werkstatt für Druck und Reklame am Bauhaus in Dessau, betraut. Seit seinem Weggang 1928 arbeitete er für das Werbe- und Grafikstudio Dorland in Berlin und war in dessen Auftrag verantwortlich für das Layout der „Neuen Linie“. Von ihm stammen zahlreiche extravagante Titelblätter in Spritztechnik oder Bildmontagen, die serifenlose Schrifttype und nicht zuletzt die Kleinschreibung des Titelschriftzuges, der auf seine Universalschrift zurückgeht. Neben Bayer wurden zahlreiche weitere Bauhäusler wie László Moholy-Nagy, Kurt Kranz und die Brüder Neuner in die Gestaltung der „Neuen Linie“ eingebunden. Moholy-Nagy entwarf einschließlich der Erstausgabe von September 1929 insgesamt zehn Titelblätter. Für den Beyer-Verlag kam „Die neue Linie“ mit einer Auflage von etwa 40.000 Stück eher einem edlen Prestigeobjekt gleich. Sie muss jedoch als einziges Periodikum gelten, dem es gelang, in Form einer „domestizierten Avantgarde“ die Gestaltungsprinzipien des Bauhauses massentauglich verbreitet zu haben.



